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Western-Urlaub für ehemalige Flüchtlingskinder

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19 ehemalige Flüchtlinge haben Bayernkaserne-Hausmeister Peter Weishäupl (links) und die Western-City Dasing für eine Woche ins Ferienlager eingeladen.

 

 

So viele Flüchtlinge wie noch nie sind am Montag und Dienstag in München angekommen. Ein Großteil von ihnen kommt zur Erstaufnahme in die Bayernkaserne – dorthin, wo Peter Weishäupl als Hausmeister arbeitet. Von denen, die schon länger hier sind, kennt er die meisten persönlich. So gut, dass er mit einigen sogar Ausflüge unternimmt oder Urlaube organisiert. So auch jetzt: Weishäupl und die Western-City in Dasing haben 19 ehemalige Flüchtlinge für eine Woche ins Ferienlager in den Erlebnispark eingeladen. Die 16 Kinder und drei Erwachsenen erleben nun eine spannende Woche im Wilden Westen.

 

Sogar die Karl May-Festspiele hat die Gruppe mit ihren Betreuern aus dem Ferienlager schon besucht. Winnetou, Old Shatterhand und die anderen von Karl May erschaffenen Figuren kennen die meisten aus dem Fernsehen, aber eben nicht auf einer Freilichtbühne. Für Peter Weishäupl ist der Aufenthalt in der Western-City nicht nur sein privater Urlaub, den er dafür aufbringt, sondern tatsächlich auch eine echte Abwechslung: „Es ist schön, die Begeisterung bei den Kindern zu sehen. Das ist es mir wert.“

Die meisten der ehemaligen Flüchtlingskinder, die jetzt in Western-City zu Gast sind, sprechen schon recht gut Deutsch, sind bereits seit zwei bis drei Jahren hier. Nur eine eigene Wohnung haben ihre Familien noch nicht bekommen, weshalb sie als so genannte Wohnungslose nach wie vor in der Bayernkaserne untergebracht sind. Deshalb ist der Aufenthalt in dem Dasinger Freizeitpark für die Kinder mehr als nur Urlaub, wenn sie bei spielerischen Wettkämpfen wie Hufeisenwerfen oder Pfeil- und Bogenschießen die eigene Geschicklichkeit testen oder in spannenden Shows wie der American History-Show oder der Flaggenparade der Western-City-Cavalry in andere Welten eintauchen.

Freilich gehört zu einem Urlaub im Wilden Westen auch der Umgang mit den Pferden. Für viele ist es ein besonderer Höhepunkt ihres Aufenthalts: Selbst zu erleben, wie sich die großen, edlen Tiere mit nur wenigen Körperhilfen und ohne Zwang reiten lassen.

Bemerkenswert findet Peter Weishäupl auch, dass die Kinder aus der Bayernkaserne ihre Ferien hier ganz regulär mit den deutschen Ferienkindern zusammen verbringen – und es funktioniert: „Hier wird nicht unterschieden zwischen Deutschen oder Ausländern. Das ist echte Integration“, sagt Weishäupl.

Es sind eben jene Werte, die auch Fred Rai, dem Gründer der Western-City, immer am Herzen lagen und die auch heute in seinem Sinne von den Betreuern des Ferienlagers weiter vermittelt werden. An die 7.000 Kinder haben in den vergangenen 36 Jahren das Ferienlager in der Westernstadt besucht – und Fred Rai war immer stolz, wenn eines Tages die Kinder der Ferienkinder von einst wieder kamen.

Und so denkt auch Peter Weishäupl bereits jetzt an eine Wiederholung, vielleicht im nächsten Jahr. Er, der in der Bayernkaserne eben viel mehr ist als Hausmeister, will den in Deutschland Angekommenen auch weiterhin helfen: Sei es beim Ausfüllen eines Behördenformulars oder mit ein paar Tagen Erholung und Urlaub, wie zum Beispiel in der Western-City.