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Die Süddeutschen Karl May-Festspiele leben weiter

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Premierengäste aus "Dahoam is dahoam" (von rechts): Moderator Volker Waschk, Hermann Giefer, Bernhard Ulrich, Silke Popp, Tommy Schwimmer und Katrin Lux

(Foto: Fred Schöllhorn)

 

Der Abend in der Dasinger Freilichtarena von Western-City endete mit stehenden Ovationen – und das gleich doppelt: Als Peter Görlach, Regisseur der Süddeutschen Karl May-Festspiele, im Finale an den im April verstorbenen Gründer und Festspielintendant Fred Rai erinnerte, erhoben sich die gut 600 Premierengäste von ihren Plätzen. Bereits zuvor war es der Regisseur selbst, der sich über minutenlangen Beifall freuen durfte: Seine Inszenierung von „Der Schatz im Silbersee“ hat die Bewährungsprobe vor Publikum mehr als bestanden. Das bestätigten unisono auch die zahlreichen Ehrengäste, darunter die Hauptcharaktere aus der Fernsehserie „Dahoam is dahoam“. Die Karl May-Festspiele dauern noch bis 20. September, jeden Samstag um 16 und um 20 Uhr sowie sonntags um 17 Uhr.

Die Süddeutschen Karl May-Festspiele bleiben auch im elften Jahr ihres Bestehens ein Spektakel für die ganze Familie. Dafür sorgen nicht zuletzt die über 80 Mitwirkenden im Ensemble, die ohne Ausnahme weitermachen. „So wäre es bestimmt in Freds Sinne gewesen“, zeigte sich Eduard Oswald, ehemaliger Vizepräsident des Deutschen Bundestags und langjähriger Freund der Festspiele und von Fred Rai, in seinem Grußwort überzeugt. Neben den Publikumslieblingen Matthias M. als Winnetou und Helmut Urban als seinen Blutsbruder Old Shatterhand komplettieren Schauspieler Peter Bechtel und Schlagersängerin Claudia Jung das aktuelle Ensemble. Beide hätten sehr spontan und ohne Zögern ihr Mitwirken zugesagt, als die Proben bereits liefen, sagte Festspielsprecher Volker Waschk. Bechtel, der als skrupelloser Colonel Brinkley den „Satan in Uniform“ gibt, und Claudia Jung als zwielichtige Westfrau Kate Edwards tragen so mit dazu bei, dass die Süddeutschen Karl May-Festspiele weiter leben werden – ebenso wie das komplette Team und jeder Zuschauer, wie Waschk betonte. Er zitierte Fred Rai: „Ich wünsche mir, dass die Süddeutschen Karl May-Festspiele selbst dann noch die Menschen in ihren Bann ziehen, wenn auch ich – wie die großen Helden von Karl May – längst durch die ewigen Jagdgründe reite. - Sie tragen dazu bei, dass dieser Wunsch Wahrheit wird.“

Dass Fred Rai in den Gedanken stets präsent sei, betonte auch Eduard Oswald: „Man hat überhaupt das Gefühl, der Fred müsste jeden Moment herein geritten kommen.“ Dass die Pferde auch in der neuen Inszenierung im RAI-Reitstil geritten werden - ohne Peitsche, ohne Sporen, ohne Eisenstange im Maul – sei ohnehin selbstverständlich. Trotz schießwütiger Banditen und pyrotechnischer Effekte auf der Bühne sind die Pferde dennoch jederzeit gelassen und völlig unter Kontrolle. Das sei eindrucksvoller Beweis, dass die Philosophie des RAI-Reitens in der Praxis funktioniert, sagte Volker Waschk. Für Fred Rai sei es stets Krönung seines Lebenswerks gewesen, dass dies mit zwei Masterarbeiten auch wissenschaftlich bestätigt worden ist.

Neben einem spannenden Abenteuer aus dem Wilden Westen - „Der Schatz im Silbersee“ ist bis heute das meist gelesene Werk Karl Mays – gab es für die Premierengäste einen kleinen Ausflug in das bayerische Dorf Lansing, das einzig durch die Fernsehserie „Dahoam is dahoam“ bekannt ist. Hermann Giefer, Silke Popp, Katrin Lux, Bernhard Ulrich und Tommy Schwimmer, die Stars aus der Serie, waren als Ehrengäste zu den Dasinger Karl May-Festspielen gekommen. „Einmal mit dem Fieber von Karl May infiziert, lässt es einen nicht mehr los“, erklärte Hermann Giefer, der in den 1980-er und 90-er Jahren selbst als Old Shatterhand auf der Bühne gestanden hatte. Er spielte in Bad Segeberg, damals noch an der Seite von Pierre Brice. „Er war ein faszinierender Mann“, sagte Giefer. „Pierre Brice hat die Werte, für die Winnetou steht, selbst gelebt“.

Frieden, Freundschaft und Völkerverständigung sind auch jene Themen, die Regisseur Peter Görlach in seiner Inszenierung vom „Schatz im Silbersee“ aufgreift. Anders als vor 125 Jahren, als „Der Schatz im Silbersee“ erstmals veröffentlicht wurde, dürfen sich die Besucher der Festspiele überdies auch auf gewagte Stunts, atemberaubende pyrotechnische Effekte und temporeiche Actionszenen, zum Beispiel eine in den Fluten versinkende Höhle, freuen. Noch bis zum 20. September wird bei jedem Wetter gespielt. Die Zuschauer sitzen auf einer überdachten Tribüne. Vorstellungsbeginn ist am Samstag um 16 und um 20 Uhr sowie am Sonntag um 17 Uhr. Tickets und weitere Informationen gibt es online unter www.karlmay-festspiele.de